NADACE DrAK

2012

Prague Photo Festival 2012

24 / 4 / 2012 — 29 / 4 / 2012
Prague Photo Festival 2012

Öffnungzeiten
April 24 – 27, 2012 11 am – 7 pm
April 28 and 29, 2012 10 am – 6 pm
April 26, 2012 NOCTURNO bis 10 pm

http://www.praguefoto.cz/

DOX Centre for Contemporary Art

Poupětova 1, Praha 7

 

Öffentliche Führung mit dem Kurator Jürgen Kaumkötter

3 / 4 / 2012 — 4 / 4 / 2012
Öffentliche Führung mit dem Kurator Jürgen Kaumkötter

Öffentlichen Führung am 3.4. und 4.4, Beginn um 17:00 Uhr,
vom Kurator der Ausstellung Dreams and Nightmares Herr Jürgen Kaumkötter.

Die Führung findet in tschechischer, deutscher und englischer Sprache statt.

Dauer: 40 minut
Eintritt: 110 Kč, Ermäßigt: 70 Kč

Weitere Informationen und Buchungen unter Jana Kleinová, +420 724 992 545
e-mail: jana.kleinova@muzeummontanelli.com,
Muzeum Montanelli, MuMo, Nerudova 13, Praha 1

 

Daniel Pešta "Gravitation Zero" Kunstmuseum Solingen

12 / 2 / 2012 — 18 / 3 / 2012
Daniel Pešta "Gravitation Zero" Kunstmuseum Solingen

Mit der Ausstellung „Himmel und Hölle“ wurde im Jahr 2008 im Kunstmuseum Solingen das Museum der verfolgten Künste etabliert. Das Museum befasst sich seitdem intensiv mit Lebensschicksalen von Künstlern, mit ihrer Verfolgung und der Unterdrückung ihrer Werke. Die Sammlung dieses bedeutenden deutschen Museums umfasst viele herausragende Werke von Künstlern, die Opfer historischen Unrechts wurden oder von Künstlern, denen diese Schicksale nicht gleichgültig waren und die mit künstlerischen Mitteln Zeugnis darüber ablegten.

Das ist auch die Intention des tschechischen Multimedia-Künstlers Daniel Pešta, in dessen Werk sich zwei solcher Lebenserfahrungen verbinden: das Leben in kommunistischer Unfreiheit, in dem er als Künstler gesellschaftlich und künstlerisch isoliert war; und die Reaktion auf den Regimewechsel und das sich anschließende Leben in der freien Welt.

In seinen Bildern, Kunstharzobjekten, „Genetischen Codes“, Videos und Assemblagen berührt Pešta auf seine sehr persönliche Weise – und doch ohne Pathos und Vorurteile – Bereiche der menschlichen Existenz. Immer konsequenter dringt er bis zum Kern des Seins selbst vor. Dabei biedert er sich nicht an, sondern analysiert Individuen und die Gesellschaft auf einer psychologischen Ebene, er deckt Unrecht auf und relativiert die „Moral“. Ihm ist bewusst, dass zwischen „Himmel“ und „Hölle“ nur eine gedachte gläserne Wand existiert, durch die die einen die anderen in einer einzigen Realität sehen.

Die Ausstellung in Solingen findet in einer Art träumerischem Nebel statt, dessen Atmosphäre Parallelen zu einigen Choreographien von Pina Bausch aufweisen. So ist es kein Zufall, dass Pešta dieser Tänzerin und Choreographin aus Wuppertal mit einer der wichtigsten Rauminstallationen, Gravitation Zero, huldigt. Zwölf Figuren finden sich dort in eingefrorener Bewegung. Ihre Gesichtsausdrücke sind ambivalent, von einem inneren Licht erleuchtet, wodurch sie gute Zeiten prophezeien, oder vielleicht doch eher dunkle Geheimnisse verbergen?

Letztes Jahr wurden seine Werke im Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück unter dem Titel „Levitation“ gezeigt. Die Konzeption und Werkauswahl wurde auf das Solinger Museum vollständig neu abgestimmt. Dies verdeutlicht der neue Titel: „Gravitation Zero“ mit einem Tribut für Pina Bausch.

Der in Prag und Frankfurt am Main lebende und arbeitende Daniel Pešta ist Mitglied im tschechischen Künstlerverein Mánes, nimmt an bedeutenden Biennalen zeitgenössischer Kunst (Mexico City, Chicago, Florenz, Prag) teil und ist für sein freies Schaffen und seine Bücher mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden.

Kunstmuseum Baden Solingen

Wuppertaler str. 160, Solingen 426 53
www.kunstmuseum-solingen.de

 

Animationsprogramm mit Kindern der Redaktion des Sanquis Magazins

10 / 1 / 2012
Animationsprogramm mit Kindern der Redaktion des Sanquis Magazins

Jak se dělá koláž s Pavlou Aubrechtovou
“Na začátku ledna zamířila dětská redakce Sanquis – JUNIOR do pražského Muzea Montanelli, kde zrovna vystavovali svá díla Pavla Aubrechtová a Vladimír Gebauer. Děti se v krásných prostorách galerie v Nerudově ulici mohly setkat a popovídat si s oběma umělci, prohlédly si jejich práce a také nahlédly do jejich ateliérů
(součástí originální expozice byly i pracovní stoly, skříňky a další předměty, s nimiž paní Aubrechtová tvoří). A pak si také samy vyzkoušely, jak se dělá koláž z nejrůznějších papírových ústřižků. Rádci skutečně povolanými jim byli přitom oba umělci a Jana Kleinová z galerie. Na motivy čtyřverší, jež si děti vybraly, vznikla série zajímavých obrázků. Ty budou ilustrovat nové číslo Sanquisu – JUNIOR. Více najdete na našem webu www.sanquis.cz/junior.”
Z magazínu Sanquis č.97/únor 2012 str. 4

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

2011

Das Geheimnis von Pavla Aubrechtová und das Kabinett von Vladimír Gebauer

2 / 11 / 2011 — 31 / 1 / 2012
Das Geheimnis von Pavla Aubrechtová und das Kabinett von Vladimír Gebauer

Sowohl Pavla Aubrechtová als auch Vladimír Gebauer gehören zu einer tschechoslowakischen Generation von Künstlern, die ihr Schaffen Mitte der 70er Jahre in einem bedrückenden Umfeld aufnahm, in dem die Meinungsfreiheit auf allen künstlerischen Gebieten eingeschränkt wurde. Das Schaffen dieser beiden Künstler war fast nur ihrem engeren Freundeskreis bekannt. Sie knüpfen an die Tendenzen zum Experimentellen der 60er Jahre an. Beide Handschriften sind gut erkennbar und jeweils sehr typisch. Die Ausstellung im Museum Montanelli soll einen völlig neuen und einzigartigen Blick auf das Leben und die Arbeiten der beiden Künstler eröffnen

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

„Culminage“ unserer Ausstellung „Anatomia Metamorphosis“

21 / 9 / 2011
„Culminage“ unserer Ausstellung „Anatomia Metamorphosis“

Wir möchten Sie gern zur „Culminage“ unserer Ausstellung „Anatomia Metamorphosis“ am 21. September 2011 einladen
Programm:
16.00 Uhr – kommentierte Führung mit der Kuratorin der Ausstellung, Terezie Zemánková
17.30 Uhr – Filmvorführung des Art-Brut-Films „Rouge Ciel“
Eintrittsgeld 50,-

Der Film Rouge Ciel erzählt die Geschichte von Künstlern, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Normen bewegen, von Visionären, die unseren Geist in Brand setzen und unseren Denkweisen erschüttern. Der Film zeigt Interviews mit den Menschen, die die Wahrnehmung des Art Brut beeinflusst haben – Schriftsteller, Philosophen, Psychoanalytiker und Laien –, und zeichnet gleichzeitig seine fragmentierte Geschichte nach.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Daniel Pešta, Levitation Osnabrück

17 / 9 / 2011 — 27 / 11 / 2011
Daniel Pešta, Levitation Osnabrück

Vom 17. 09. bis 27. 11. 2011 wird im Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum in Osnabrück eine Ausstellung des tschechischen Künstlers Daniel Pešta präsentiert. Seine Werke werden sowohl im historischen Teil des Museums als auch in den neuen Räumen gezeigt, die von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind entworfen wurden.

Die Ausstellung „Levitation“ von Daniel Pešta umfasst ein breites Spektrum an Ausdrucksmitteln des Künstlers – angefangen bei Malerei über Raum- und Hängeinstallationen bis hin zu Videoart und Konzeptkunst. Pešta hat für seine Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus ein künstlerisches Projekt vorbereitet, in dem er sowohl mit dem jüdischen Maler Felix Nussbaum, dessen Andenken das Museum gewidmet ist, als auch mit dem Architekten Daniel Libeskind in Dialog tritt. Es entsteht eine Art „Trialog“, in dem alle drei Künstler ähnliche Themen bearbeiten, jedoch jeder in seiner eigenen Sprache.

Felix Nussbaum und Daniel Pešta stellen sich ähnliche Fragen zu Gewissen, Unrecht, Verbrechen oder Machtmissbrauch des Kollektivs. Sie verweisen auf nationalistische Stimmungen in der Gesellschaft, auf die ständig drohende Gefahr totalitärer Tendenzen in einigen vorhandenen Ideologien; Pešta beschäftigt sich zudem damit, wie und ob aktuelle wissenschaftliche Entdeckungen – zum Beispiel in Form von Genmanipulationen – missbraucht werden können. Ein weiteres Thema im Schaffen des Künstlers ist die Position des Individuums in der neuen multikulturellen Informationsordnung (Chaos) und seine Eingliederung in die globale Computergesellschaft (Vereinsamung) bzw. die Herrschaft der Technologien über das menschliche Wesen oder der Verlust der Kontrolle darüber. Daraus folgen einige Änderungen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens, zum Beispiel der grundlegende Wandel der traditionellen westlichen Religionsgemeinschaft zur ersten atheistischen Gesellschaft. Das alles sind große Themen der Zukunft, bei deren Erfassung wir noch ganz am Anfang stehen.

Pešta tritt jedoch mit Nussbaum auch auf satirischer Ebene in Dialog, die bei beiden Künstlern die Polarisierung ihres Schaffens ausgleicht. Ein Beispiel sind zwei historisierende Animationen von Fotografien aus dem zivilen Vorkriegsleben von Felix Nussbaum. Am aussagekräftigsten ist jedoch Daniel Peštas Huldigung von Felix Nussbaum in drei großflächigen Bildern (Engel für Felix Nussbaum, Pietà und Fleisch) und in einer Rauminstallation aus Gesichtsabdrücken (Masken) mit dem Titel Levitation.

Das gesamte künstlerische Konzept wurde vorher strengstens für die jeweiligen Räume entworfen – ein typisches Merkmal des Künstlers –, so dass es auf möglichst natürliche Art und Weise mit dem genius loci verschmilzt, in diesem Fall also mit der Architektur von Daniel Libeskind. Für das Vertikale Museum, das zum Eingangsbereich des Museums gehört, schuf Pešta ein eigenständiges Konzept.

An der Vorderfront des historischen Gebäudes wird eine Neonarbeit des Künstlers angebracht, die von Fassadenelementen ausgeht und die ein Verbindungselement zwischen dem alten und dem neuen Teil des Felix-Nussbaum-Hauses bilden soll.

Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtliches Museum in Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Lotterstrasse 2
49078 Osnabrück
Di – Fre:11.00 -18.00, Don bis 20.00
Sa – Son: 10.00 -18.00
+49(0)541323–2207 museum@osnabrueck.de
www.osnabrueck.de

 

Maria Maria 1511/2011 Osnabrück

24 / 6 / 2011 — 28 / 8 / 2011
Maria Maria 1511/2011 Osnabrück

Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück:
Albrecht Dürers Mariendarstellungen
im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Die Ausstellung „Maria Maria 1511/2011“, die das Museum Montanelli im Frühling in Prag gezeigt hat, wird in Osnabrück in die bereits existierende Sonderausstellung „Würde und Anmut“ eingegliedert und am 24. Juni 2011 eröffnet. „Würde“ ist heute in aller Munde – und doch weiß keiner, was sie genau bedeutet. „Anmut“? In der Alltagssprache längst ersetzt durch: krass, cool, hipp. In der Zeit Dürers ist „Würde“ und „Anmut“ noch klar definiert und in seinen Arbeiten sichtbar.

Ausgesuchte Werke Dürers u. a. aus dem Marienleben korrespondieren mit zeitgenössischen Kunstinstallationen und Videoprojektionen von Teresa Diehl, Sigalit Landau und Ulrike Rosenbach, die sich mit „weiblicher Würde und Anmut“ auseinandersetzen. Die Einbindung in die bisherige Ausstellung „Würde und Anmut“ erweitert das Spektrum der Sichtweisen auf die bisherige Schau im Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück. Dieser erweiterte Blickwinkel ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Museum Montanelli, in dem „Maria Maria“ Anfang des Jahres gezeigt wurde.

Teresa Diehl „Hover“
Die im Libanon geborene und in Miami lebende Künstlerin Teresa Diehl präsentiert im Felix-Nussbaum-Haus ihre Installation „Hover“ (Schweben) und im Kulturgeschichtlichen Museum die Videoinstallation „Vuela“. Sie stellt das erste Mal in einem deutschen Museum aus.

Sigalit Landau „Standing on a Watermelon in the Dead Sea”
Sigalit Landau wird 2011 den Staat Israel auf der Biennale in Venedig vertreten und dort den Pavillon gestalten. Dass sie schon zum zweiten Mal dort vertreten ist, verdeutlicht ihre Stellung in der Kunst heute. 1997 schaffte sie ihren internationalen Durchbruch auf der documenta X und eben auf der Biennale in Venedig. 2008 wurde ihr Werk durch eine Ausstellung im Museum of Modern Art in New York gewürdigt.

Ulrike Rosenbach „Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin“
Ulrike Rosenbachs Kunstmedien sind zumeist die Performance und das Video. Sie war Anfang der 1970er Jahre Meisterschülerin bei Joseph Beuys an der Kunstakademie in Düsseldorf und stellt in ihren Arbeiten ganz wie ihr Lehrer immer wieder Fragen zur Gesellschaft an sich und zu ihrer eigenen Position darin. In „Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin“ verarbeitet Ulrike Rosenbach eine gleichnamige Performance, in der sie fünfzehn Pfeile auf eine Reproduktion der „Madonna im Rosenhag“ schießt. abgeschmackt, findet sich in mir wieder. Indem die Pfeile das Bild treffen, treffen sie auch mich.“

Die Ausstellung wird unterstützt von der Stiftung Niedersachsen, die die präsentierte Dürergrafik der Konrad Liebmann-Stiftung treuhänderisch verwaltet, und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Zur Ausstellung ist ein dreisprachiger Katalog (Tschechisch/Deutsch/Englisch) erschienen.

Felix-Nussbaum-Haus/ Kulturgeschichtliches Museum
Lotter Straße 2
49078 Osnabrück
E-Mail: wuerde2011@osnabrueck.de
Internet: www.wuerde2011.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Mittwoch und Freitag 11 bis 18 Uhr
Donnerstag 11 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr

 

Anatomia Metamorphosis

15 / 6 / 2011 — 30 / 9 / 2011
Anatomia Metamorphosis
© Luboš Plný (*1961) © Anna Zemánková (1908–1986) © Luboš Plný (*1961)

Die Ausstellung stellt das Werk von zwei heute bereits weltbekannten tschechischen Art-Brut-Künstlern – Anna Zemánková (1908–1986) und Luboš Plný (*1961) – gemeinsam mit dem neu entdeckten Künstler František Dymáček (1929–2003) vor. Die Auswahl der Kunstwerke zielt auf die Reflexion der Körperlichkeit in ihrem künstlerischen Schaffen und die formellen und inhaltlichen Parallelen, die die Werke aller drei Künstler verbinden.

Die Grundlage für das künstlerische Schaffen von Luboš Plný bilden Experimente am eigenen Körper. Seine anatomischen Selbstporträts stellen geschichtete Schnitte durch den menschlichen Körper oder Röntgen-Einblicke in die inneren Organe dar. Trotz ihrer Exaktheit und Rohheit haben seine Zeichnungen auch eine ästhetische und dekorative Ebene, die gerade bei der Konfrontation mit dem Werk von Anna Zemánková hervortritt. Ihre Bilder bezaubernd schöner außerirdischer Blumen und Früchte werden im Gegenteil dazu normalerweise als schmückend und harmonisch angesehen. In diesem Licht zeigen sie jedoch ihre wilde, animalische Seite. Die automatischen Zeichnungen von František Dymáček, in denen der übervolle Raum aus organischen Ornamenten geflochten wird, aus denen die Gesichter von Dämonen schlüpfen, weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit den Zeichnungen der Spiritisten auf.

Aus Anlass der Ausstellung erscheinen drei dreisprachige (tschechisch-englisch-deutsche) Kataloge.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Begleitprogramms PQ+ der Prager Quadriennale für Szenographie und Theaterarchitektur 2011 statt.
16. – 26.6.2011 www.pq.cz

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Prager Museumsnacht 2011

11 / 6 / 2011
Prager Museumsnacht 2011

11.6.2011
vom 19.00 bis 1.00
Eintritt frei

ART BRUT Anatomia Metamorphosis

Die Ausstellung stellt das Werk von zwei heute bereits weltbekannten tschechischen Art-Brut-Künstlern – Anna Zemánková (1908–1986) und Luboš Plný (*1961) – gemeinsam mit dem neu entdeckten Künstler František Dymáček (1929–2003) vor. Die Auswahl der Kunstwerke zielt auf die Reflexion der Körperlichkeit in ihrem künstlerischen Schaffen und die formellen und inhaltlichen Parallelen, die die Werke aller drei Künstler verbinden.

Die Grundlage für das künstlerische Schaffen von Luboš Plný bilden Experimente am eigenen Körper. Seine anatomischen Selbstporträts stellen geschichtete Schnitte durch den menschlichen Körper oder Röntgen-Einblicke in die inneren Organe dar. Trotz ihrer Exaktheit und Rohheit haben seine Zeichnungen auch eine ästhetische und dekorative Ebene, die gerade bei der Konfrontation mit dem Werk von Anna Zemánková hervortritt. Ihre Bilder bezaubernd schöner außerirdischer Blumen und Früchte werden im Gegenteil dazu normalerweise als schmückend und harmonisch angesehen. In diesem Licht zeigen sie jedoch ihre wilde, animalische Seite. Die automatischen Zeichnungen von František Dymáček, in denen der übervolle Raum aus organischen Ornamenten geflochten wird, aus denen die Gesichter von Dämonen schlüpfen, weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit den Zeichnungen der Spiritisten auf.

Aus Anlass der Ausstellung erscheinen drei dreisprachige (tschechisch-englisch-deutsche) Kataloge.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Maria Maria 1511/2011

17 / 2 / 2011 — 22 / 5 / 2011
Maria Maria 1511/2011
© Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK

Museum Montanelli Prag, 17. Februar – 22. Mai 2011
Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, 8. Juni – 17. Juli 2011

Die Ausstellung „Maria Maria 1511/2011“ ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Museum Montanelli, Prag, und dem Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, das aus seinem Bestand den Kern der Ausstellung, Grafiken von Albrecht Dürer, nach Prag geben wird.
Das Museum Montanelli, ein Haus für zeitgenössische Kunst, ergänzt die 500 Jahre alten Werke Dürers in Prag mit drei zeitgenössischen Kunstinstallationen und Videoprojektionen der im Libanon geborenen und in Miami lebenden Künstlerin Teresa Diehl.
Im Sommer 2011 wird diese Ausstellung dann in Osnabrück zu sehen sein, wo darüber hinaus Arbeiten von Sigalit Landau, die in Venedig auf der Biennale 2011 den Staat Israel vertreten wird, und Ulrike Rosenbach, eine der wichtigsten Künstlerinnen Deutschlands, präsentiert werden.
Die Idee der Ausstellung wird von ihrem Titel verbildlicht: Maria im Jahre 1511 und Maria heute. Albrecht Dürer revolutionierte vor 500 Jahren mittels seines Könnens das Marien- und das Frauenbild in der Kunst. Er schuf einen eigenen Marientypus, an dem sich Künstler in den folgenden Jahrhunderten immer wieder orientierten. Die Auswahl der Werke Dürers soll es dem Besucher ermöglichen, sich jenseits der christlichen Heilsgeschichte die Frage zu stellen, ob Dürers Frauenbild eine zeitlose Relevanz besitzt. Unterstützt wird diese Frage durch aktuelle Kunstwerke, die sich ebenfalls den Themen der Mutterschaft, Fraulichkeit und Erlösung widmen, allerdings losgelöst von ihrer sakralen Dimension. Die zeitgenössische Kunst eröffnet der Ausstellung auch einen weiteren Aspekt: unsere individuelle Erinnerung an die Kindheit, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Zärtlichkeit. Sie zeigt, dass die Bilder Dürers aus vielen Perspektiven betrachtet werden können, nicht nur als religiöse Äußerungen – dadurch werden sie zeitlos.
Den umfangreichsten Abschnitt der Ausstellung bildet Dürers Holzschnittfolge „Marienleben“, die 1511 erstmals in Buchform erschienen ist. Der Zyklus folgt der biblischen Geschichte: Geburt Mariens, Tempelgang, Vermählung, Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige und zum Abschluss Mariens Tod, ihre Himmelfahrt und Verehrung.
Ein anderer Ausstellungsteil widmet sich dem Thema der Mutterliebe. Zum einen stellt Dürer das körperliche Verhältnis zwischen Mutter und Kind dar, zum anderen zeigt er eine vergeistigte, fast immaterielle Mutter Gottes. Die Mutterliebe ist ein Gesichtspunkt, den Teresa Diehl in der Installation „The Return of Pleasure“ unmittelbar aufgreift. Weder die gänzlich anderen Techniken beider Künstler noch ihre unterschiedliche bildnerische Sprache unterbinden jedoch die tiefe geistige und emotionelle Verwandtschaft ihrer Werke.
Zwei Holzschnitte und ein Kupferstich der Mutter Gottes als Himmelskönigin, zum „Sinnbild der göttlichen Verheißung“, krönen abschließend die Ausstellung.

Die Ausstellung „Maria Maria 1511/2011“ steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Die Ausstellung wird von der Stiftung Niedersachsen, die die präsentierte Dürergrafik der Konrad Liebmann-Stiftung
treuhändisch verwaltet, und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt.

Zur Ausstellung erscheint ein dreisprachiger Katalog (Tschechisch/Deutsch/Englisch).

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

2010

Die Unsterblichkeit der Sterne - Von Goya über Walter Benjamin zu Václav Havel

2 / 10 / 2010 — 5 / 12 / 2010
Die Unsterblichkeit der Sterne - Von Goya über Walter Benjamin zu Václav Havel

Kunstmuseum Baden Solingen

Wuppertaler str. 160, Solingen 426 53
www.kunstmuseum-solingen.de

 

LEVITATION

10 / 9 / 2010 — 31 / 1 / 2011
LEVITATION
© Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK © Nadace DrAK

Das Museum Montanelli in Prag wird eine bisher nicht ausgestellte Sammlung des Werkes des tschechischen bildenden Künstlers Daniel Pešta zeigen.

Zu sehen sind Objekte, Videos, Installationen, Hänge- und Raumbilder sowie Zeichnungen.

Das Thema der Ausstellung und gleichzeitig Peštas typische Inhalte sind das menschliche Wesen und dessen archetypische Nuancen, die uns zu wesentlichen Fragen provozieren. Bestimmt der genetische Code den Koeffi zienten des Gutes und des Bösen, oder sind es die ersten Erlebnisse, die Erziehung, die Umgebung und das Schicksal, die uns sowohl verbinden als auch teilen?
Pešta erschliesst die Geschichten unserer Vorfahren, die politischen und gesellschaftlichen Höllen und Familiendramen, um uns Fragen zum kollektiven Bewusstsein, zum leicht vergessenen Unrecht oder Verbrechen zu stellen. Wie veile bewegte Schicksale werden nie entdeckt? Wie viele Wahrheiten werden nie begriffen? Das in einem gewissen Sinne sehr politische und engagierte Werk stellt die unendliche Geschichte des menschlichen Lebens und Schicksals dar.
Der Künstler befasst sich seit Jahren auch mit den Themen der Kirche und der moralischen Verantwortung von diesen jahrtausendelang überlieferten Ordnungen. Der Name „Levitation“ kann ebenfalls einen persönlichen Traum über die eigene Schwerelosigkeit darstellen oder als Synonym für die Technologie gelten, die Pešta in seinen einzigartigen Werken anwendet. Einzelne Personen sowie ganze Gemeinschaften schweben durch eine durchsichtige Masse, dadurch erwachen auch ihre Geschichten wieder zum Leben. Die Arbeiten des Künstlers weisen auf einen existenziellen, oft naturalistischen Inhalt hin, der jedoch in den letzten Jahren in Peštas Werken in den Hintergrund rückt, diskret verhüllt oder durch die präzise Bearbeitung der benutzten Materialien den für den Künstler typischen Ausdruck findet. Die meisten im Museum Montanelli ausgestellten Werke werden der Öffentlichkeit zum ersten Malgezeigt. Diese umfangreiche monographische Ausstellung ist seit acht Jahren die erste Präsentation von Peštas Kunst in Tschechien. Später wird sie in führenden europäischen Museen gezeigt.

Für die Ausstellung ist auch ein Autorenbuch mit dem Titel „Levitation“ herausgegeben worden.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Black Light

3 / 9 / 2010 — 19 / 11 / 2010
Black Light

Autor Daniel Pešta

Galerie MAIER-HAHN

Luegallee 130 / Belsenplatz, 40545 Düsseldorf
Fon / Fax: 0211 – 555 187 www.maier-hahn.de

 

Francisco de Goya

20 / 6 / 2010 — 12 / 9 / 2010
Francisco de Goya

Visionen von Schrecken und Hoffnung

Aus dem Musée des Beaux-Arts d’Agen, Frankreich, kommen wervolle Kulturgüter erstmals nach Deutschland: zwei Ölbilder von Francisco de Goya und von Eugenio Lucas y Velázquez. Sie werden in der Austellung ergänzt um Exponate aus Goyas Grafikreihen Die Schrecken des Krieges und Los Caprichos. Das an Goyas Werken orientierte Ausstellungsthema will Geschichte verdeutlichen und die Wirkgewalt der Kunst aufzeigen. Er ist ein Nachdenkn über das Thema Terror gegen die Zivilbevölkerung und darüber wie sich dieses in der Kunst spiegelt. So fragt die Ausstellung nach den Volbildern Goyas und stellt Nachfolger vor. Zu sehen sind die beiden Grafikzyklen Les miseres de la guerre und Capricci von Jacques Callot aus dem 17. Jahrhundert. Nicht weit von Dinslaken lebte Otto Pankok, der sich als Künstler und Mensch für die Verfolgten des Dritten Reiches eingesetzt hat.
Man könnte sagen, Pankok und Goya verbindet ihr menschliches Engagement für die Schwachen und Verfolgten . Bilder von Georg Grosz, Horst Strempel und Conrad Felixmüller aus dem Kunstmuseum Solingen, Bürgerstiftung für verfemte Künste mit der Sammlung Gerhard Schneider, sind als Kunstwerke Zeugen der Katastrophe der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert.
Die Ausstellung bleibt nicht in der Vergangenheit. Sie zeigt wie aktuelle Kunst Goya interpretier; Videos und Objekte, die politisch Stellung beziehen. Maja Bajević, geboren in Sarajevo, erlebte ähnlich wie Goya einen Bürgerkrieg. Die in Dinslaken gezeigte Arbeit How do you want to be governed? ( Wie möchtest Du regiert werden?) verkörpert in beklemmender Art und Weise die Auswirkung von Macht auf einen ihr ohnmächtig gegenüberstehenden Menschen. Weitere zeitgenössische Künstler der Ausstellung sind der Tscheche Daniel Pešta mit einem Christus-Objekt, die Berliner Künstlerin Tina Winkhaus mit fotografischen Re-Inszenierungen von Goyas Grafiken, der Chinese Yongbo Zhao mit Goya-Hommagen (Der Schüler trifft den Meister) und die israelische Künstlerin Sigalit Landau, die ihr Land bereits auf der documenta X und der Biennale in Venedig vertrat. Die Titel ihrer Werke wie Resident Alien, Endless Solution und des hier ausgestellten Barber hula verweisen auf den immanenten Anspruch, politisch und menschlich Stellung zu beziehen, sich zu entscheiden.

Künstler:

Francisco de Goya
und
Maja Bajević
Jacques Callot
Conrad Felixmüller
George Grosz
Willibald Krain
Sigalit Landau
Otto Pankok
Daniel Pešta
Wilhelm Schnarrenberger
Horst Strempel
Eugenio Lucas y Velázquez
Tina Winkhaus
Yongbo Zhao

Museum Voswinckelshof Dinslaken

Elmar-Sierp-Platz 6, 46535 Dinslaken
Öffnungszeiten: Deinstag – Sonntag 10.00 – 18.00

 

Prager Museumsnacht 2010

12 / 6 / 2010
Prager Museumsnacht 2010

12.6.2010
vom 19.00 bis 1.00
Eintritt frei

Das Museum Montanelli, abgekürzt MuMo, nahm seine Tätigkeit im September 2009 auf, als es unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Staatspräsidenten Václav Havel feierlich eröffnet wurde. Nach der erfolgreichen Ausstellung Opening, bei der Werke von Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern und Generationen vorgestellt wurden, hat das MuMo jetzt eine Ausstellung über einen einzigen Künstler vorbereitet: Bedřich Dlouhý.

Das Museum Montanelli knüpft damit an den Ausstellungszyklus führender Persönlichkeiten der tschechischen bildenden Kunst an, der in der Vergangenheit in der Galerie Montanelli präsentiert wurde und den Besucher mit Querschnitten durch das Werk von Běla Kolářová, Jitka und Květa Válová, Radek Kratina, Hugo Demartini, Václav Bláha und vielen anderen Künstlern aus dem In- und Ausland vertraut machte.

Bedřich Dlouhýs Einzelausstellung Autoportrait V., mit dem Untertitel King of Art 1., spiegelt das Schaffen dieses Künstlers wider. Die Werke stammen zum großen Teil aus der Sammlung der Stiftung DrAK. Dlouhýs stabile künstlerische Handschrift vereinheitlicht die Ausstellung mittels einer Ästhetik des Sonderbaren, die durch Dlouhýs Wirken in der Gruppe Šmidrové und durch die für seinen künstlerischen Ausdruck prägende, schwere Nachkriegszeit ihren Eingang in das Werk dieses Künstlers fand. Die Ästhetik des Sonderbaren durchzieht die Ausstellung im Museum Montanelli als ungezwungenes Leitmotiv; sie verbindet die monumentalen Assemblagen, in denen Malerei mit Alltagsgegenständen kombiniert wird, deren häufig technischer Charakter im Bildganzen geradezu organischen Charakter gewinnt, auf natürliche Weise zum einen mit jenen Bildern, die Dlouhýs Interesse an der klassischen Malerei reflektieren und deren traditionelle Motive immer Elemente der modernen Zeit enthalten, um so durch derbe Natürlichkeit den Betrachter aus der romantischen Stimmung zu reißen, und zum anderen mit den absurden Installationen, die durch ihren Witz eine gewisse Leichtigkeit in die Ausstellung bringen.

Die älteren rohen Bilder, Assemblagen und Installationen stehen in Kontrast zu den neuesten Werken Dlouhýs, die in den Räumen der ehemaligen Galerie Montanelli ausgestellt sind. Der Zyklus Inversionen aus den Jahren 2007 bis 2008 besteht aus sieben Bildinstallationen, die dank ihrer Farbigkeit und ihres Minimalismus in Inhalt und Form einen geradezu träumerischen Eindruck erwecken. Sie bilden damit einen interessanten Kontrast zu den übrigen expressiven, in der Ausstellung präsentierten Werken.

Bedřich Dlouhýs Einzelausstellung Autoportrait V. ist die zentrale monographische Ausstellung dieses Künstlers. Dem tschechischen Betrachter bietet sie die Gelegenheit, einen umfassenden Blick auf Dlouhýs Werk zu werfen – einschließlich des legendären Bildes Krajkář [Klöppler] von 1987, dessen Reproduktion auf der Hülle des Kultalbums „V penzionu Svět“ [In der Pension Welt] Verwendung fand.

Die Ausstellung im Museum Montanelli feiert den individuellen Zugang des Künstlers zu seinem Material, mit dem er auf immer neue Weise arbeitet, sowie Dlouhýs malerische und zeichnerische Virtuosität, seinen besonderen Sinn für nicht alltägliche Zusammenhänge und deren souveräne Interpretation in den durch den Bilderrahmen gesetzten Grenzen.

Im Cafe des Museum Montanelli sind private Fotografien Bedřich Dlouhýs ausgestellt, die das reiche gesellschaftliche Leben des zur Kunstelite des 20. Jahrhunderts zählenden Künstlers dokumentieren.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der im Museum Montanelli ausgestellten Werke.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Besuch von Václav Havel

30 / 4 / 2010
Besuch von Václav Havel

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Bedřich Dlouhý Selbstporträt V

18 / 2 / 2010 — 30 / 6 / 2010
Bedřich Dlouhý Selbstporträt V
© Nadace DrAK © Nadace DrAK

Das Museum Montanelli, abgekürzt MuMo, nahm seine Tätigkeit im September 2009 auf, als es unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Staatspräsidenten Václav Havel feierlich eröffnet wurde. Nach der erfolgreichen Ausstellung Opening, bei der Werke von Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern und Generationen vorgestellt wurden, hat das MuMo jetzt eine Ausstellung über einen einzigen Künstler vorbereitet: Bedřich Dlouhý.

Das Museum Montanelli knüpft damit an den Ausstellungszyklus führender Persönlichkeiten der tschechischen bildenden Kunst an, der in der Vergangenheit in der Galerie Montanelli präsentiert wurde und den Besucher mit Querschnitten durch das Werk von Běla Kolářová, Jitka und Květa Válová, Radek Kratina, Hugo Demartini, Václav Bláha und vielen anderen Künstlern aus dem In- und Ausland vertraut machte.

Bedřich Dlouhýs Einzelausstellung Autoportrait V., mit dem Untertitel King of Art 1., spiegelt das Schaffen dieses Künstlers wider. Die Werke stammen zum großen Teil aus der Sammlung der Stiftung DrAK. Dlouhýs stabile künstlerische Handschrift vereinheitlicht die Ausstellung mittels einer Ästhetik des Sonderbaren, die durch Dlouhýs Wirken in der Gruppe Šmidrové und durch die für seinen künstlerischen Ausdruck prägende, schwere Nachkriegszeit ihren Eingang in das Werk dieses Künstlers fand. Die Ästhetik des Sonderbaren durchzieht die Ausstellung im Museum Montanelli als ungezwungenes Leitmotiv; sie verbindet die monumentalen Assemblagen, in denen Malerei mit Alltagsgegenständen kombiniert wird, deren häufig technischer Charakter im Bildganzen geradezu organischen Charakter gewinnt, auf natürliche Weise zum einen mit jenen Bildern, die Dlouhýs Interesse an der klassischen Malerei reflektieren und deren traditionelle Motive immer Elemente der modernen Zeit enthalten, um so durch derbe Natürlichkeit den Betrachter aus der romantischen Stimmung zu reißen, und zum anderen mit den absurden Installationen, die durch ihren Witz eine gewisse Leichtigkeit in die Ausstellung bringen.

Die älteren rohen Bilder, Assemblagen und Installationen stehen in Kontrast zu den neuesten Werken Dlouhýs, die in den Räumen der ehemaligen Galerie Montanelli ausgestellt sind. Der Zyklus Inversionen aus den Jahren 2007 bis 2008 besteht aus sieben Bildinstallationen, die dank ihrer Farbigkeit und ihres Minimalismus in Inhalt und Form einen geradezu träumerischen Eindruck erwecken. Sie bilden damit einen interessanten Kontrast zu den übrigen expressiven, in der Ausstellung präsentierten Werken.

Bedřich Dlouhýs Einzelausstellung Autoportrait V. ist die zentrale monographische Ausstellung dieses Künstlers. Dem tschechischen Betrachter bietet sie die Gelegenheit, einen umfassenden Blick auf Dlouhýs Werk zu werfen – einschließlich des legendären Bildes Krajkář [Klöppler] von 1987, dessen Reproduktion auf der Hülle des Kultalbums „V penzionu Svět“ [In der Pension Welt] Verwendung fand.

Die Ausstellung im Museum Montanelli feiert den individuellen Zugang des Künstlers zu seinem Material, mit dem er auf immer neue Weise arbeitet, sowie Dlouhýs malerische und zeichnerische Virtuosität, seinen besonderen Sinn für nicht alltägliche Zusammenhänge und deren souveräne Interpretation in den durch den Bilderrahmen gesetzten Grenzen.

Im Cafe des Museum Montanelli sind private Fotografien Bedřich Dlouhýs ausgestellt, die das reiche gesellschaftliche Leben des zur Kunstelite des 20. Jahrhunderts zählenden Künstlers dokumentieren.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der im Museum Montanelli ausgestellten Werke.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Phänomen Roučka

4 / 2 / 2010 — 4 / 4 / 2010
Phänomen Roučka

Der in Prag lebende Maler und Grafiker Pavel Roučka zählt zu den international bekannten Künstlern der Tschechischen Republik, mit Ausstellungen in Europa
und den USA.

Pavel Roučka gehört zu den tschechischen „Figurativen“ der mittleren Generation. Seine Bilder entstehen aus einem gestischen Duktus heraus und erreichen durch Reduktion, Verdichtung, Straffung einen Grad der Abstraktion, der sich an der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Ungegenständlichkeit bewegt. Sie sind gekennzeichnet durch eine intensive Farbigkeit, die von expressivem Karminrot, Himmelblau, und Gelb bis zu blassen „Nichtfarben“ reicht.
Die Ausstellung zeigt aktuelle Bilder und eine Auswahl aus seinen früheren Arbeiten.

Biografie
1942 geboren in Prag
1956 – 60 Studium der Geodäsie und Kartografie in Prag
1968, 1969, 1971 Szenografie für Zeichentrickfilme, Belvision Brüssel
1969 Malereistipendium vom Verband der tschechischen bildenden Künstler (MANES) in Prag
ab 1974 erste grafische Versuche, figurative Kompositionen und Paraphrasen von Bildern der Renaissance. (Tiefdrucktechniken kombiniert mit Gusslacken)
1977 Bekanntschaft mit der Lithographie, acht Blätter für Edition Biblos (Buch Ruth)
nach 1980 Zeichnen als definitive Form; Lithographie
1988 Rückkehr zur Malerei; Malerei-Zyklus nach „Das Schloß“ von Franz Kafka
seit 1993 leitet Malklasse an der Sommerakademie in Frauenau
1995 Fortbildungsstudium am Französischen Ministerium für Kultur an der Akademie des Beaux-Arts in Paris
seit 1996 leitet Lithografieklasse an der Akademie der bildenden Künste in Maastricht
2003 vom Premier der Französischen Regierung zum „Chevalier dans l´ordre des Palmes Académiques“ ernannt.

Saarländische Galerie im Palais am Festungsgraben

Europäisches Kunstforum e.V. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, BRD

 

2009

OPENING

30 / 9 / 2009 — 31 / 1 / 2010
OPENING

Bajevic, Bláhová, Chkhikvadze, Galli, Guilleminot, Hatoum, Höfer, Horn, Kolářová, Kozyra, Landau, Nieznalska, Renz, Rosenbach, Schönfeld, Siwek, Šimotová, Tanning, Trockel, Válová, Weiss

Das Museum stellt sich und sein Programm vor mit OPENING / Kunstwerke von Künstlerinnen, die in der Sammlung des Museums vertreten sind, mit denen das Museum Einzelausstellungen plant, in Zukunft zusammengearbeitet will. Thema ist die Vielfalt, die unterschiedlichen formalen und inhaltlichen Ansätze von internationaler zeitgenössischer Kunst heute / Zeichnung, Kollage, Malerei, Skulpur, Installation, Video / Bosnien, Ukraine, Frankreich, Palestina, Deutschland, Tschechische Republik, Polen, USA / politisch, provokativ, existenziel.

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

11 aus 114 - Verein Bildender Künstler Manes

3 / 7 / 2009 — 31 / 7 / 2009
11 aus 114 - Verein Bildender Künstler Manes

Beran, Bláha, Dlouhý, Fiala, Hoffmeisterová, Komárek, Oriešek, Rittstein, Sozanský, Šejn, Urbanová

Museum Montanelli

Nerudova 13, 118 00 Praha 1

 

Prague Biennale 4

14 / 5 / 2009 — 26 / 9 / 2009
Prague Biennale 4

Maja Bajevic
Sigalit Landau
Daniel Pešta
Ulrike Rosenbach

Wo-man power

Eine imaginäre Zahl von Frauen und eine imaginäre Zahl von Männern als Zeugen des Augenblicks menschlichen wie posthumen Seins. Der Feminismus ist existentiell. Bei jedem Künstler dieser Sektion markant und unverwechselbar. Expressiv oder nach innen gewandt konserviert, gemeinschaftlich oder streng privat. Eine Art humanitärer Symbiose durchdringt die Werke der ausgewählten Künstler, die schon lange die Grenze der Länder hinter sich gelassen haben, aus denen sie stammen.

Eine Gemeinschaft, die gegen unsinnige Diktate klagt und sich ihnen widersetzt, ein Rufen nach Freiheit und Unabhängigkeit, ein Protest gegen Gewalt und Machtmissbrauch. Eine Art stigmatisches Luftloch als Sehnsucht nach einer Welt, wo jeder Einzelne das Recht auf Entfaltung seiner eigenen Persönlichkeit hat.

Die zeitgenössische visuelle Kunst, einschließlich Video, Photographie, Malerei und Skulptur, verdankt ihre Qualität und Faszination in erheblichem Maß der Anfang der sechziger Jahre entstandenen feministischen Kunstbewegung.
Die Entwicklung dieses fiebrigen Aktivismus der damaligen Jahre zeitigt langfristige Folgen, die man in der heutigen globalen Welt gut beobachten kann. Schon lange geht es nicht mehr darum, wo diese Kunst geographisch entsteht, ob im Westen oder hier bei uns – im Gegenteil, die feministischen Tendenzen breiten sich rasch und drängend in die Länder des Ostens aus und erhalten einen neuen politischen Inhalt, der in vielen Fällen für die Künstler selbst zur Gefahr wird. Frauen in Ländern, die bisher unter Kriegsbedingungen oder unter dem Einfluss einer Religion mit Elementen des Fanatismus lebten, suchen nach ihrer Identität, und ihr Selbstbewusstsein formiert und definiert sich auf elementarere Weise als in den stabileren politischen Systemen.

Die in Jerusalem geborene Sigalit Landau ist eine der erfolgreichsten Künstlerinnen Israels. Ihre Kunst beruht im Ausdrücken von Schmerz, in der Erhabenheit, in Leid und Grazie, im Naturalismus sowie im Chaos der Moderne und dem souverän bewältigten Dualismus. Sie verlangt von ihrem Werk, das es frei von Sentimentalität ist. Ihre Installationen und sonstigen Arbeiten sind sehr kritisch. Vergangenheit und Gegenwart sind ineinander verflochten. Häufig geht es um die Todsünden, um globale Konflikte. Um Grenzen, Identifikation und Entfremdung. Extreme Ausdrucksmittel sind für sie typisch. Sigalit Landau setzt ihren Körper als Kompass ein, mit dessen Hilfe sie die verlorene Orientierung auf äußerlich-animalische oder auf poetische Art sucht. Die Suche nach Gleichgewicht verläuft unterschiedlich, geistig, philosophisch, naturalistisch oder symbolisch. Sigalit Landau legt ihre Wahrnehmung der Welt vielschichtig an. Sie sieht die äußere und die innere Welt, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart als ein einziges Ganzes.

Die in Sarajewo geborene Maja Bajevic stammt aus einem von Opfern und Faschismus geprägten Land, aus einem Land der religiösen Unverträglichkeit. Ihr ganzes Werk wird von einer klaren und lautstarken Kritik an der politischen Diktatur und einem Anspruch auf Aufdeckung des vergewaltigten Rechts und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit durchzogen. In ihren Videos, Performances und Installationen geht sie unablässig auf Konfrontationskurs und verbindet private Dinge mit öffentlichen Angelegenheiten, Intimität mit Politik. Hauptthema bleiben die Enthüllung der Wahrheit, der Machtmissbrauch, die Perversion fanatischer Religionen und das Abschieben des Einzelnen an den Rand der Gesellschaft. Im Werk von Maja Bajevic finden wir ein breites Spektrum: eine Realität, die sich diametral von der Realität der Institutionen, des Diktats und der herrschenden Hierarchien sowie der religiösen Unverträglichkeit unterscheidet, die kollektive Identität und das Schicksal, der Anspruch des Einzelnen wie der Gruppe auf eine Umbewertung der bestehenden oder erlebten Werte. Die Tragik aggressiver Vorbilder und Mechanismen, die Frau als Zeugin dieser schicksalhaften Konstellationen.

In der westlichen Welt pluralisiert sich die feministische Bewegung in gewissem Sinne. Hier definieren nicht nur Frauen offen ihre Sexualität, sondern auch Männer beginnen ihre Identität zu suchen, und das nicht nur im Verhältnis zu den emanzipierten Frauen. Die Legalisierung der Homosexualität, lesbischer Beziehungen und der Transsexualität öffnet und zeigt die männliche Verletzlichkeit und ermöglicht so einen Einblick in das männliche Innenleben.

Ulrike Rosenbach gehört bereits seit Anfang der siebziger Jahre zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Medienkunst in Deutschland sowie weltweit. Sie gründete die Schule des kreativen Feminismus. Als Schülerin von Joseph Beuys nahm sie in der feministischen Kunst eine feste Position ein. Ihre unermüdliche Kritik am normal tradierten Bild der Frau ist eines der Hauptthemen ihrer Arbeiten. In unzähligen Performances thematisiert sie immer wieder alle Klischees, die den Unterschied zwischen den Geschlechtern und die Rollenteilung zwischen Mann und Frau betreffen. Sie erinnert daran, dass das Leben vielschichtig und interdisziplinär ist. Und sie weist darauf hin, dass es eine Aufgabe der Kunst ist, Probleme aufzuzeigen, die bereits morgen ganz andere sind. Ulrike Rosenbach betont komplizierte Lebenszusammenhänge, die häufig kollektiv unterdrückt werden. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie neue Aspekte feministischer Kunst definiert, und auch heute gibt sie Fragen nach den fundamentalen Werten der Zukunft und besonders der Meditation Raum. Mit kämpferischen und selbstbewussten Provokationen tritt sie gegen Vorurteile auf. Sie stellt nicht sich selbst in den Vordergrund, sie verweist nicht auf die Schönheit des sich ausstellenden Körpers, sondern schafft eine Art autonomer, von der Realität losgelöster Welt, eine Art privaten Tanz im ihr selbst vorbehaltenen Raum. Sie schreitet einen überzeitlichen Weg Hand in Hand mit der Vergangenheit in eine Richtung entlang, in der wir die Wiege aller Weiblichkeit erahnen.

Wo-man power wird durch einen einzigen Mann vertreten: Daniel Pešta, der sich immer feministisch dem Bild der Frau angenähert hat. Es gelingt ihm, Eingang in ihre Natürlichkeit und Energie zu finden. Damit verschwindet die Frau als Objekt und verwandelt sich in ein Wesen, für das im imaginären Raum andere Gesetze gelten, womit sie universelle Sinnlichkeit gewinnt. Pešta scheint die Grenze der Polarität zwischen beiden Geschlechtern zu überschreiten, und er übernimmt – ohne seine eigene Identität aufzugeben – die Mitverantwortung für die Elternschaft, Mutterschaft wie Vaterschaft. So inhaliert er absichtlich die weibliche Energie, um in einer Art taoistischem Modell abzuwarten und die Prozesse zu verstehen, welche die Geschlechter polarisieren, und sie in ihren Uranfängen festzuhalten.
In den übrigen Werken legt er sorgfältig und mit mathematischer Genauigkeit Beweise des Erlebten und Zeugnisse der Lebenssituationen, politischer und sozialer Überschreitungen oder Gefühle vor. Niemand ist Richter oder Ankläger, die Dinge sprechen für sich, sie moralisieren nicht, sondern sagen aus. Die absolute Stille ist in einem materialisierten Dokument konserviert, das als Tagebuch des bereits Erlebten oder des Erwarteten fasziniert.

Karlín Halle

Karlínská hala, Thámova 8, Praha (Metro Křižíkova)

 

Verein Bildender Künstler Manes (1887 – 2009)

14 / 5 / 2009 — 28 / 6 / 2009
Verein Bildender Künstler Manes (1887 – 2009)

Geschichte und Gegenwart des Tschechischen Kunstvereins

Zdeněk Beran, Václav Bláha, Jana Budíková, Bedřich Dlouhý, Milan Grygar, Dagmara Hamsíková, Xénia Hoffmeisterová, Boris Jirků, Jiří Kaloč, Ivan Komárek, Jiří Kornatovský, Antonín Kroča, Aleš Ogoun, Peter Oriešek, Květa Pacovská, Daniel Pešta, Jiří Plieštik, Michael Rittstein, Jiří Sozanský, Jan Stoss, Marie Strahovská, Miloš Šejn, Petr Šmaha, Václav Špale, Jan Švankmajer, Jaroslav Urbánek, Markéta Urbanová, Martin Zálešák, Jasan Zoubek, Jiřina Žertová

Saarländische Galerie im Palais am Festungsgraben

Europäisches Kunstforum e.V. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, BRD

 

2008

UMBRUCH 68, Die sich die Freiheit nahmen Berlin

17 / 12 / 2008 — 22 / 1 / 2009
UMBRUCH 68, Die sich die Freiheit nahmen Berlin

Die Ausstellung Umbruch 68 zeigt Porträts der Autoren, die der Stern Korrespondent Jürgen Serke auf seinen Entdeckungsreisen mit den Fotografen Robert Lebeck und Wilfried Bauer besuchte:
Ivan Blatný, Ipswich / England, 1981 • Milan Kundera, Philadelphia 1980 und Paris 1981 • Pavel Kohout, Wien und Capri 1980 • Jiří Gruša, Bonn, Waidhaus, Clacton-on-Sea, 1981 • Arnošt Lustig, Washington, 1980 • Josef Škvorecký, New York und Toronto, 1980 • Alexander Czersky, Tel Aviv, 1981 • Reiner Kunze, Obernzell-Erlau, Stockholm, Göteborg, 1980 • Václav Havel, Prag, 1989 • Czeslaw Milosz, Berkeley / USA und Warschau 1981 • Viktor Nekrassow, Vauves bei Paris, 1981 • und andere

Robert Lebeck, 1929 in Berlin geboren, Deutschlands bedeutendster Reportagefotograf, wurde im Alter von 15 Jahren zur Wehrmacht eingezogen und kam an die Ostfront. Nach dem Krieg Studium der Völkerkunde in Zürich und New York. Die Fotografie erlernte er autodidaktisch. Er arbeitete zunächst für Heidelberger Zeitungen, dann für die „Revue“ und für „Kristall“. Ab 1966 gehörte er zu den prägenden Fotografen des STERN. 1977/78 war er Chefredakteur von „Geo“. Danach wieder Fotograf des STERN. Sein Foto eines jungen Afrikaners, der 1960 bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit des Kongos König Baudouin den Degen entriss, ging um die Welt, enthalten in seinem ersten Buch „Afrika im Jahre Null“, 1961. 1961 ausgezeichnet mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis, 2007 mit dem Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk. Es ist ausgebreitet in den Büchern „Augenzeuge“ 1982, „Romy Schneider“ 1986, „Begegnungen mit Großen der Zeit“ 1987, „Vis à vis“ 2000, „Unverschämtes Glück“ 2004.
Wilfried Bauer war mit seiner extremen Weitwinkelfotografie stilbildend in Deutschland. Seine schwarz-weiß Porträts sind Psychogramme. Er entzog den Menschen die Maske und stellte sie dennoch nicht bloß. 1944 in Ingelheim geboren, war er bis 1968 Assistent mit den berühmten Fotografen Robert Häusser in Mannheim. Bauer arbeitete für den „Spiegel“, „Geo“ und „Merian“. Der STERN, der ihn holte, wäre in den 70er und 80er Jahren in seiner Qualität undenkbar, ohne die Fotokunst Wilfried Bauers. Mit Jürgen Serke als Autor erschienen im STERN (1976/1981) die Serien „Die verbrannten Dichter“ und „Die verbannten Dichter“, die jeweils ein Jahr später erweitert als Buch erschienen. Bauer suchte außerdem kontinuierlich alte Bäume in Deutschland auf und zeigte sie in ihren Veränderungen durch die Jahreszeiten. Mit der Gründung des FAZ-Magazins, das 1999 eingestellt wurde, begann für Bauer eine neue Periode seiner ebenso ungewöhnlichen Farbfotografien. Einer neuen Generation von Art-Direktoren war er nicht mehr zeitgemäß. Am 5. Dezember 2005 steckte Bauer seine Hamburger Wohnung mit seinem gesamten Fotoarchiv in Brand und stürzte sich aus einem Fenster aus dem 4. Stock in den Tod. Die hier gezeigten Fotos sind die erste Ausstellung Bauers nach seinem Tode aus dem Archiv von Jürgen Serke.

Jürgen Serke, 1938 in Polen geborene Publizist, arbeitete für Magazin STERN, die Weltwoche und die Welt. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand der Widerstand der Literaten gegen die beiden totalitären Regime des 20. Jahrhunderts. Er ist Autor von Büchern: Die Verbrannte Dichter, Die verbannten Dichter, Zuhause im Exil und Böhmische Dörfer, sowohl der Ausstellung „Umbruch 68“.

Botschaft der Tschechischen Republik

Wilhelmstrasse 44, 10117 Berlin-Mitte
Tel. +49(0)30–226 38 0
http://www.mzv.cz/berlin

 

Umbruch 68 Die sich die Freiheit nahmen

25 / 9 / 2008 — 5 / 12 / 2008
Umbruch 68 Die sich die Freiheit nahmen

Fotografien von Wilfried Bauer und Robert Lebeck
Videoart von Ulrike Rosenbach

Die Ausstellung Umbruch 68. Die sich die Freiheit nahmen zeigt Porträts der Autoren, die der Stern Autor Jürgen Serke auf seinen Entdeckungsreisen mit den Fotografen Robert Lebeck und Wilfried Bauer besuchte.

Galerie Montanelli

Nerudova 13, 11800 Praha 1 Tel: 257 531 220

 

Intercity: Berlin - Praha

4 / 4 / 2008 — 22 / 6 / 2008

Graphik / Zeichnung

Berlin wird repräsentiert durch: Roland Fuhrmann, Harriet Groß, Philipp Hennevogl, Sybille Hotz, Michalis Pichler, Lilla von Puttkamer, Myrtia Wefelmeier und Gabriele Worgitzki
Prag wird repräsentiert durch: David Böhm & Jiří Franta, Markéta Hlinovská, Marta Hošťálsková-Hošková, Jan Kaláb (Point), Lukáš Machalický, Čestmír Přindiš, Ivana Štenclová und Jakub Švéda.

Die Ausstellung betont die Breite des heutigen graphischen und zeichnerischen Schaffens, das sich vom Papier mit Hilfe unterschiedlichster Techniken in den Raum erstreckt, und ermöglicht so einem neuen Blick auf die technische Bearbeitung. Der Zuschauer wird in die heute bereits ganz natürlichen graphischen und zeichnerischen „Sprachen“ hineingezogen, er verfolgt die Arbeit des Künstlers in aufgehäufter Materie, dreidimensionalen Objekten, Sprayervariationen, Provokationen im realen Raum oder im Gegenteil in den zerbrechlichen Aussagen der üblichen klassischen Vorgehensweisen. Graphik und Zeichnung sind überall in unserer Umwelt – daran erinnert der diesjährige Jahrgang mit seinen Werken von siebzehn jungen Künstlern.

Saarländische Galerie im Palais am Festungsgraben

Europäisches Kunstforum e.V. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, BRD